Zukunftsdorf - Rundbrief Nr. 1


Liebe Freunde des Zukunftsdorfes!

Wir versenden diesen ersten Rundbrief an alle, die in der vergangenen Zeit in der einen oder anderen Weise Kontakt mit uns gehabt haben, sei es auf einer unserer Informations­veranstal­tungen, als potentielles Mitglied einer Bürgengemeinschaft, oder aus dem Eltern – und Freundeskreis.

Wir möchten Sie gerne in größeren Abständen über aktuelle Entwicklungen im Zukunftsdorf  informieren und laden Sie herzlich zur Mitarbeit ein!
Wenn Sie keinen weiteren Newsletter mehr wünschen, dann klicken Sie bitte auf den Link ganz unten.

Vor sieben Jahren keimte in einem kleinen Elterngesprächskreis die Vision für ein neuartiges Dorfprojekt, in dem Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen zusammen wohnen, leben und arbeiten können. Wesentliches Motiv war und ist, auch Menschen eine Heimat zu bieten, die keine stationäre Betreuung, aber eine gewisse Begleitung für eine eigenständige Lebensführung benötigen,  z.B. ältere Menschen (die Großmutter, die nebenan wohnt) oder „Grenzgänger“ (Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance bekommen). Wichtige Voraussetzung ist dafür der gegenseitige Wille, das Miteinanderleben in „aktiver Nachbarschaft“ zu gestalten, -- aber auch die Privatsphäre gegenseitig zu respektieren.

Als wir mit unserem Konzept „Zukunftsdorf“ vor genau zwei Jahren noch etwas zaghaft an die Öffentlichkeit traten, hätte niemand die rasante Entwicklung dieses einzigartigen Projektes für möglich gehalten. Es bestand die Notwendigkeit, zügig in Kaufverhandlungen einzutreten, um das „Zukunftsdorf“ an diesem Standort zu sichern;
                         -- und jetzt werden bereits die Wohnungen des ersten Bauabschnitts „Westgiebel“ vergeben!

Unsere Themen heute: 

  • Roman Böhm mit seiner Landwirtschaft,
  • das neue Teilprojekt „Bio-Energiesystem GmbH“,
  • der neue Info-Raum,
  • Aktueller Stand des Ankaufs.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und alles Gute für 2008!
                                        Joachim Lentz


Übrigens: Die Erweiterung unserer Öffentlichkeitsarbeit -- und damit auch dieser Newsletter --  wurde gefördert als "Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" vom Sozial-ministerium Schleswig - Holstein.

 

Landwirt Roman Böhm: „Mitgestalten in einem sozialen Umfeld“


Aussaat auf dem Grevensberg

Steinesammeln auf der Milrade

Geboren und aufgewachsen bin ich in der ländlich geprägten Umgebung von Fulda (Hessen). Mit Siebzehn erfolgte der Bruch mit Elternhaus und Schule. In dem kleinen Städtchen Schlitz fand ich allmählich meinen eigenen Weg, der mich in die Landwirtschaft führte. Nach einer zweijährigen Ausbildung auf einem großen Gut brachten mich persönliche Kontakte nach Loheland und in die Dorfgemeinschaft Hohenroth (Spessart) zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft.

Nach dem agrarwissenschaftlichen Studium in Witzenhausen pachteten wir mit drei Freunden einen heruntergewirtschafteten Bio-Bauernhof im Lipperland und begannen dort u.a. eine Zucht mit Jersey-Kühen. Aus finanziellen Gründen mussten wir uns aber nach drei Jahren trennen.

Zwei Freunde aus Hohenroth, ein Tischler und ein Gärtner, baten mich um Mithilfe als Landwirt für eine Neugründung nahe Lüneburg.  Und so fand ich mich wieder beim Aufbau der sozialtherapeutischen Einrichtung "Hof Bockum" für die nächsten 16 Jahre, davon 10 Jahre als Haus­eltern. Ein Jahr folgte nochmal als Landwirt in Sassen (bei Schlitz) in einer tradierten Dorfgemein­schaft mit betreuten Menschen. --- Jetzt arbeite ich im "Gärtnerhof am Stüffel“, einem Ausbildungsbetrieb für Werker im Gartenbau im Nordosten von Hamburg.

Erfahrungen habe ich nun in den unterschiedlichsten Betrieben und sozialen Zusammenhängen machen können. Was mich am „Zukunftsdorf“ reizt und herausfordert ist die Chance, einen Betrieb nicht als „soziale Einrichtung“ aufzubauen, sondern ein landwirtschaftliches Unternehmen zu gründen, daß auf eigenen Füßen steht und Verbindungen zu den Betrieben in der Region aufbaut. -- Ein wichtiges Ziel aus meiner bisherigen Arbeit möchte ich auch in Bliestorf verfolgen, nämlich jungen Menschen Mitarbeit im Betrieb ermöglichen, die auf Grund von Leistungsschwächen in der heutigen Arbeitswelt keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben.

 

Bio-Energiesystem GmbH liefert preiswerte Energie für das Zukunftsdorf

Das neueste unserer Teilprojekte wird im Obergeschoss der weißen Scheune installiert: Die Bio-Energie-Anlage hat sich mit einer Energieausbeute von ca. 90% schon im Praxistest bewährt (u.a. im kleinen Dorf Jühnde) und schließt eine wichtige Lücke im Zukunftsdorf gleich auf dreierlei Weise:

Ökologischer Kreislauf: Durch eine Kombination aus Pyrolyse und Verrottung verwertet die Anlage organischen Abfall aus Landwirtschaft und Sägebetrieb. Die Reste werden als Dünger auf die Felder gebracht und schließen so den Rohstoffkreislauf.

Günstige Wärmeenergie: Die Bio-Energiesystem GmbH versorgt das ganze Zukunftsdorf mit Wärmeenergie (30% Wärmeausbeute) zu günstigen Preisen.

Projektfinanzierung: Durch die Kombination von mehreren Systemen produziert die Bio-Energiesystem GmbH elektrische Energie mit einer Ausbeute von ca. 55%. Die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz wird über 20 Jahre mit einem garantierten Abnahmepreis vergütet. Der Gewinn fließt zurück ins Projekt, je zur Hälfte in den Freikauf von Land und neue Teilprojekte.

 

Info-Raum - unser erstes Projekt wird fertig

Ekkehart Merbeth bei der Baubesprechung
Schüler der Berufsvorbereitung von Haus Arild
Niklas Hensel samstags als "Eigenleister"
Pause muss sein!

Unser erstes Teilprojekt – der neue Info-Raum im Ostgiebel der roten Scheune -  wird in den nächsten Wochen fertig! Für alle künftigen Bewohner und Interessenten besitzen wir damit ein großzügiges Kommunikationszentrum als Treffpunkt und Informationszentrale. Eine Ausstellung wird hier die Entwicklung unseres Projektes dokumentieren.

Nach den Plänen unseres Architekten Georg Feyerabend haben fleißige Hände vieler Helfer auch am Wochenende und nach Feierabend an der Fertigstellung mitgewirkt: Schüler der Berufsvorbeitungsstufe von Haus Arild unter Leitung von  Ekkehard Merbeth, sowie Dietmar Preissler mit Stefan Urban, Jochen Fels und Karin Voss, Karsten Liese und Bernd Hensel, Frau Päschel und Livio Fornasiero,  die Zimmerei Kottmeyer und Bernd Matthäus und etliche andere.

Denkwürdig auch die Entstehungsgeschichte: Bei einem Grillabend im September traf ein Projektmitglied auf Herrn Eisenbeiß von der „Region Aktiv Lübecker Bucht“ (RALB) und erkundigte sich nach Fördermöglichkeiten durch die Region. Da keine gewerblichen Einzelprojekte gefördert werden dürfen, entstanden innerhalb von zwei Tagen Idee und konkrete Planung für einen Info-Raum.  Wenige Wochen später: Joachim Lentz traf Herrn Eisenbeiß bei einer Veranstaltung: „Warum hören wir nichts von Ihnen?“ – „Weil immer noch Unterlagen fehlen“, so Eisenbeiß. Und wieder ging alles blitzschnell: Innerhalb von Stunden, noch bevor die RALB ihr Förderprogramm endgültig beendete, waren die fehlenden Unterlagen beisammen.  Mit der Schlussabrechnung der Mittel gab es noch ein Sonderlob: von den 60 Förderprojekten der Region gehörte der Info-Raum Bliestorf zu den drei Projekten mit den vorbildlichsten Rechnungsunterlagen!   Georg Feyerabend sei Dank!

 

Finanzierung in Teilschritten gesichert

In Verhandlungen mit Gutsbesitzer Rudolph von Schröder und der Stiftung Trias haben wir erreicht, dass wir den Gutskauf auf drei Schritte verteilen dürfen:

  1. Mittelteil ("Gewerbehof") westlich der Straße, incl. roter und weisser Scheune,/Schmiede einschließlich Freiflächen für den landwirtschaftlichen Betrieb;
  2. Herrenhaus und Park;
  3. Neubauflächen im Süden und Norden.

Schritt 1 (Kaufpreis 400.000 EUR ) wird voraussichtlich Anfang des Jahres 2008 vertraglich beurkundet. 
Die Schritte 2 und 3 müssen zur gleichen Zeit als "letter of intent" gemeinsam mit der Stiftung Trias schriftlich verbindlich werden. 

Wir starten jetzt durch und gehen gemeinsam Schritt 1! 

 

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Trotz gesicherter Anschubfinanzierung ist das „Zukunftsdorf Bliestorf“ mit einem Investitionsvolumen von mehreren Mio. EUR auf Spenden, Zustiftungen und Investitionen angewiesen. Dazu brauchen wir auch Ihre Unterstützung!

Für alle, die sich mit Ideen, tatkräftiger Hilfe oder finanzieller Beteiligung engagieren möchten, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten:

Letzte aktuelle Nachricht

Von den sechs Wohnungen im ersten BA "Westgiebel" sind noch frei:

Interessenten wenden sich bitte an die Bliestorfer Wohngenossenschaft.

-------------------------------------------

Kontaktadresse:  Joachim Lentz
                              Krog 24
                              23560 Lübeck

                              Tel.: 0451 / 58 19 65
                              Fax: 04501 / 189 - 24 (dienstl.)

Besuchen Sie uns auch auf unserer Homepage unter: www.zukunftsdorf-bliestorf.de


Für aktuelle Meldungen und Fotos besuchen Sie bitte auch unsere Homepage unter www.zukunftsdorf-bliestorf.de
Hinweis: Sie können diesen Newsletter jederzeit abbestellen oder Ihr Profil ändern.